Ju Jitsu

"Wenn Du sechsmal fällst,
stehe siebenmal auf..."

Samurai Leitsatz

 
 
   
Ju Jitsu (sanfte Kunst oder auch Wissenschaft von der Nachgiebigkeit) )ist ein japanisches Nahkampf- und Selbstverteidigungssystem, welches auf eine lange Geschichte und Tradition zurückblickt. Bereits um 70 v. Chr. weisen die ältesten bekannten japanischen Schriften über den Zweikampf, das Takanogawy, ebenso wie der Nihon Shoki (Chronik Japans) und der Kojiki (Aufzeichnung alter Begebenheiten), auf das Bestehen eines waffenlosen Kampfsystems hin. Die ersten Formen des Ju Jitsu gingen aus dem Yoroi Kumi Uchi hervor (einem Kampfsystem, welches sich dem Zweikampf in Rüstung widmet) und beinhaltete neben dem waffenlosen Nahkampf auch den Umgang mit verschiedenen kurzen Waffen, wie beispielsweise dem Messer oder dem Sai.

Die Samurai sahen im Ju Jitsu eine Möglichkeit den Kampf auf dem Schlachtfeld fortzusetzen, selbst wenn ihre Waffen im Kampf verloren gegangen oder beschädigt worden waren. Ju Jitsu ist damit Bestandteil des einzigartigen Kampfsystem der japanischen Kriegerkaste und wurde in seiner Entwicklung vom Wesen der Samurai stark beinflusst. So ist beispielsweise der Ehrenkodex des Bushido fester Bestandteil von Ju Jitsu, welcher die strikte Einhaltung von Ehre, Respekt, Loyalität, Aufrichtigkeit und anderen mehr fordert.

Ju Jitsu gewann an technischer Vielfalt und Popularität und erreichte gegen Ende des 17. Jahrhunderts seine Blütezeit. Bereits über 700 individuelle Stilrichtungen hatten sich bis dahin entwickelt. Die Unterschiede zeigten sich in der Einstellung zur Atmung und Akkumulation von Ki, in der Grundstellung und in der Schwergewichtsverteilung der Kampfmethoden: Von Würfen, Schlägen, Tritten, Blocktechniken, Kontrolltechniken, Hebeltechniken, Würgetechniken und weiteren mehr bis hin zur Handhabung von einzelnen Waffen bietet Ju Jitsu eine abwechslungsreiche Auswahl, welche einerseits die Schwachpunkte des menschlichen Körpers, andererseits die Kraft des gegnerischen Angriffs ausnutzt.

Ju Jitsu verfolgt das Ziel des kampflosen Siegens. Dies, verbunden mit der ethischen Grundlage, macht Ju Jitsu zu einem gesamtheitlichen Kampfkunstsystem, welches sich von den diversen Kampfsportarten klar unterscheidet. Erst in zweiter Instanz dient Ju Jitsu dazu, einen oder mehrere Gegner - egal ob unbewaffnet oder bewaffnet - möglichst schnell und wirksam unschädlich zu machen und zu kontrollieren.

Go Dai Ryu Ju Jitsu pflegt einen traditionellen Trainingsstil, in welchem Schüler auf körperlicher, technischer und mentaler Ebene stufen- und altersgerecht gefördert und gefordert werden. Das technische Programm präsentiert sich abwechslungsreich und umfasst unter anderem:

- Wurftechniken
- Hebeltechniken
- Würgetechniken
- Nervendruckpunkte
- Schlag- und Tritttechniken
- Transporttechniken
- Festlegetechniken
- Waffentechniken (Hojo Jutsu, Tactical Knife, Hanbo Jutsu, etc.)
- Techniken zur Nothilfe und Wiederbelebung (Kuatsu)
- Kata (vorgegebenen Bewegungsabläufe)